Von Göttern und Gurus - AKAFÖ-Servicezentrum bringt Abenteuerreisenden im Rollstuhl an die RUB
07.01.2010 - 09:08 Uhr - Jedes Jahr brechen in ganz Indien Millionen Gläubige auf, um ihren Göttern die Ehre zu erweisen. Bauern und Handwerker, Busfahrer und Programmierer kleiden sich dann in Gewänder, die alle Kastenunterschiede überdecken. Auch der Fotoreporter und Buchautor Andreas Pröve hat sich unter sie gemischt. In seinem Rollstuhl.
Am Donnerstag, 14. Januar, 18.30 Uhr, berichtet er im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität mit einem multimedialen Vortrag von seiner Abenteuerreise.

Foto: privat
Der heute 52-jährige Andreas Pröve verunglückte als 23jähriger mit dem Motorrad und ist seitdem querschnittgelähmt. Schon drei Jahre nach seinem Unfall brach er im Rollstuhl zu seiner ersten Indienreise auf und tourte später monatelang durch Asien, wo er unter anderem für terre des hommes über Kinderarbeit berichtete.

Foto: privat
Auf Einladung des AKAFÖ-Servicezentrums für behinderte Studierende berichtet er an der Ruhr-Uni von seiner mittlerweile 14. Indienreise. Während er die Gläubigen begleitete, entdeckte er ein völlig neues Bild von Indien und seinen Menschen. In seinem von vielen Bildern getragenen Vortrag lässt er eine spannende Geschichte von Göttern und Gurus, Mythen und Abenteuern entstehen, in der Begegnungen mit Menschen die Hauptrollen spielen. So gerät Pröve ins alljährlich stattfindende Pusam Fest in dem kleinen Dorf Palani. Über das Jahr ist es ein unbedeutendes Nest. Doch nun schwillt Palani auf über zwei Millionen Pilger an. Auf nackten Sohlen haben viele von ihnen Hunderte Kilometer zurückgelegt. Aber ihre Leidensfähigkeit ist unbegrenzt: mit Pfeilen und Speeren durchbohren sie ihre Körper oder hängen an Angelhaken, um ihr Leiden Gott Murgan zu schenken.
Er durchstreift die Backwaters an Keralas Küsten und die Kardamom Berge, er dokumentiert die faszinierenden Kathakali Tänze und wird Zeuge einer uralten Kampfkunst. Auf seiner Reise bekommt er aber auch einen tiefen Blick hinter die Kulissen. So freundet er sich mit Straßenkindern im Moloch Mumbai an und erfährt von ihnen mit welchen Problemen sie tagtäglich zu kämpfen haben. Doch immer wieder begegnet er der reichen Kultur und den vielen Facetten des Hinduismus, der im Alltag der Inder eine wichtige Rolle spielt. Er portraitiert außergewöhnliche Menschen, denen er auf seiner Reise begegnet ist, verliert sich in Jahrtausendealten Tempeln und behält doch immer sein Ziel vor Augen: Die Umrundung des Subkontinents.
Info:
Der Multimedia-Vortrag findet am Donnerstag, 14. Januar, im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität auf Ebene 04 des Mensa-Gebäudes statt. Eintritt: 2 Euro.

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